Die Freiheit WENIGER zu ARBEITEN!!! JUCHHEEEEE!!!
Was für ein Glück, dass mein Bremer Arbeitgeber mir die Chance gegeben hat, meine Vollzeitklinikstelle auf 24 Stunden zu reduzieren. Es war nicht einfach dies durchzukriegen. Ich begegnete Unverständnis und Ärger. Wie konnte ich nur die Klinik im Stich lassen! Denn als Musiktherapeutin wurden meine freigekommenen Stunden nicht ausgeschrieben, um das entstandene Loch zu füllen.
Diese Geschichte ist von 2017 und doch ist sie immer noch sooooooo prägend und wahr für mein Leben und vielleicht auch eine Inspiration für Dein Leben💕
Sätze wie: „Das ist jetzt doch ein Scherz! Du verarscht mich! Das kannst Du nicht machen! So viele kündigen und Du reduzierst Deine Stunden! Unmöglich! Das könnte ich mir nie leisten, du hast sicher einen reichen Mann, der Dich aushält!“ waren nicht einfach zu schlucken. 😡Selbst merkte ich, dass ich mich den Patienten gegenüber schuldig fühlte. 😒
Ich versuche in diesen Momenten zu relativieren: Kollegen sind überarbeitet und frustriert. In der Klinik ist das Geld knapp und es wird an allen Ecken gespart. 🙄Masse statt Klasse ist das neue Motto.😥 Na klar, Patient X muss so schnell wie möglich an den Arbeitsplatz zurück, obwohl das oftmals utopisch ist. Bei psychischen Erkrankungen geht es leider nicht schnell! Da kann Wut bei Patienten und dem Personal aufkommen. Wer dann, wie ich, gegen den Strom schwimmt, sich Freiräume gönnt, der kriegt Ärger!
Ich reduziere meine Arbeitszeit, um mir Luft zu verschaffen. Um einen klaren Kopf zu bekommen. Was möchte ich mit meinem weiteren Leben anfangen? Was ist mir wichtig? Meine Arbeit macht mir sehr viel Spaß, Musiktherapie ist ein fantastisches kreatives Fach, das ich liebe! Außerdem bereichert mich der Kontakt mit Patienten und Kollegen. Nur der Druck wird immer höher, die Überarbeitung und oftmals leider (verständliche) schlechte Laune meiner Kollegen bedrückt mich.
„Wie kannst Du nur von so wenig Geld leben? Das würde ich nie schaffen!“
Solche Sätze lösen in mir eine Traurigkeit aus, da so Viele gerne weniger arbeiten würden, wenn sie es sich nur irgendwie leisten könnten! Kollegen empfinden unseren Lebensstil als utopisch, nicht praktikabel, nicht gesellschaftskonform oder schlicht und einfach als verrückt. Viele gehen gebückt unter Schulden, seien es Konsumschulden oder die Hypothek für ein Haus. Andere haben große Probleme ihre monatlichen Ausgaben irgendwie zu stemmen und haben hierdurch schlaflose Nächte!
Gleichzeitig spüre ich eine große Dankbarkeit, 🥰 denn OHNE den Minimalismus hätte ich das nie und nimmer gekonnt. Es wäre schlicht und einfach nicht möglich gewesen. Wir hätten immer noch unsere Studienschulden, die wir abstottern müssten. Heute nicht mehr, sie sind zurückgezahlt! Als es endlich soweit war, viel uns ein Klotz von den Schultern! 🥳🎉🪅
Mein minimalistisches Leben ermöglicht mir eine Pause. Eine Zeit des Nachdenkens und des Reflektierens.
Zu erklären, dass ich es machen kann weil:
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wir in einer kleinen günstigen Wohnung wohnen
- in einem günstigen Teil Bremens wohnen
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wenig besitzen
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wenig kaufen
- nie Konsumschulden gemacht haben
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seit 2007 keinen Fernseher haben
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meistens pflanzlich essen und sehr viel kochen
- Fahrrad fahren
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und oh ja kein Auto besitzen
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…
macht oftmals keinen Sinn, da wir ganz deutlich außerhalb der Norm leben.
Seit drei Monaten lebe ich in diesem Zeitüberfluss. Oft freue ich mich einfach, dass ich nicht zum arbeiten gehen muss! Nehme mir besonders viel Zeit zum Frühstücken, sitze im Schaukelstuhl, schaue aus dem Fenster, höre Musik oder lese ein Buch.
Ich merke, dass die viele Zeit mich manchmal überfordert. Arbeit bedeutet eine geregelte Tagesstruktur. Freie Zeit bedeutet, selber etwas mit meinem Leben zu tun. Vor allem bei schlechtem Wetter, dann denke ich manchmal: „Also wirklich Du blöder Regen, da könnte ich doch wirklich besser zum arbeiten gehen! Grrrr!“ 😥
Heute ist ein wunderschöner Tag, die Sonne scheint und die Natur ist umwerfend. Ich bin mit Glück im Herzen in die Straßenbahn gestiegen und bin ohne Plan losgefahren. Ich habe mich mit einem Blinden unterhalten, mit zwei Bayern und mit einer siebzigjährigen Studentin. 🥰
Dann dachte ich, heute bin ich Tourist in Bremen, ich bin spontan mit einem Touristenboot gefahren und war bei meinem Lieblingsveganer essen. Ein durch und durch toller Tag. Er hat mir viele schöne Erinnerungen beschert. 😎
Das war soooooooooooooooo viel besser wie arbeiten!
Welch ein Glück, dass ich mir dies leisten kann! Ich bin einfach dankbar! 💕
Oh ja, ich liege auch unglaublich gerne unter einem Baum, picknicke und schaue mir die Wolken an, lese und trinke meinen Kaffee.
Das ist dann natürlich super günstig! 🥰
Leider gibt es Millionen von Menschen, die jeden Cent umdrehen müssen, die sogar von mehreren Jobs nicht leben können, die in einer sehr teuren Umgebung leben und es sich nicht leisten könnten umzuziehen! Es ist schlicht und einfach KEIN Wohnraum zu finden und die Niedriglöhne sind eine Katastrophe. Es ist kein Geld da, um doppelte Miete oder Umzugskosten zu berappen! Dies ist sooooooooo traurig im reichen Deutschland! Hoffentlich ändert sich da etwas und wird bezahlbarer Wohnraum geschaffen! 🏠
Wir wissen, wir haben ganz viel Glück, dass wir uns diese Veränderungen leisten können. 💕
Nachtrag:
Vier Jahre später, bin ich dem Minimalismus immer noch unglaublich dankbar! Dadurch hat sich mein Kaufverhalten extrem verändert! Gleichzeitig sparten wir durch die kleinere Wohnung viel Geld im Monat. Wodurch ich weniger arbeiten und die Entscheidung treffen konnte, dass die Bremer Klinik nichts mehr für mich war. Ich hatte Raum in meinem Kopf um mich weiterzubewerben, umzuziehen und alles auf den Kopf zu stellen.
Minimalismus ist definitiv mein Herzensthema! Ich liebe es Menschen hierbei zu coachen und zu beraten! 💕
Dabei merke ich, wie enorm Stolz ich auf ihre Entwicklungen bin!
Was macht Dich glücklich?
Hast Du genug Raum in Deinem Leben um Dinge zu tun, die Dir Spaß machen?
Oder fühlst Du einen Riesendruck, um irgendwie über die Runden zu kommen?
Hast Du große Schritte oder Veränderungen in Deinem Leben gewagt, auf die Du so richtig Stolz bist?
Wenn nicht, was hält Dich zurück große Entscheidungen zu treffen?
Na klar, kannst Du mir gerne mailen für ein unverbindliches gratis Kennenlerngespräch
MinimalismusCoaching@outlook.de
Folge mir bei Facebook: Minimalismus Coaching: ausmisten Ordnung Freiheit:
https://www.facebook.com/groups/157433372561418Wenn Du Lust auf Youtube mit mir hast, dann klicke bitte hier: https://www.youtube.com/watch?v=Cy_-XKDqScY
Ich würde mich unglaublich freuen, Dich auf Deinem minimalistischen Weg zu begleiten. ❤️
Viele Grüße von Maren

Ich finde das prima, wenn man die Möglichkeit hat und wenn es dann auch finanziell passt. Leider sind ja viele Stellen soooo schlecht bezahlt, dass man Vollzeit arbeiten muss um wirklich nur das wesentlich bezahlen zu können. Denen es besser geht, die mehr verdienen und die Möglichkeit haben, tolle Sache. Ich denke die Kollegen sind bloss neidisch. Im Grunde würden sie das auch gerne machen, aber dann auf Auto, Urlaub etc. „verzichten“ wollen sie dann auch nicht. Oft ist man aber auch wirklich gefangen und kann die Situation nicht ändern. Ich kenne einige vor allem ältere Menschen, die haben ein großes Haus, Garten, Auto, die Kinder aus dem Haus, die auch keine Lust haben, das große Haus zu putzen, zu unterhalten, zu pflegen, aber es ist schwierig ältere Häuser zu verkaufen, vermieten ist oft wegen der Raumaufteilung nicht möglich. Manchmal denke ich viel wollen es nicht wirklich. Von daher genieß es.
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Wir haben ja das “Glück“ nichts zu besitzen und dadurch auch für weniger sorgen zu müssen !
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Ja, das Glück habe/n ich/wir auch. Obwohl mir das manchmal auch noch zuviel ist!
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Liebe Maren,
ewig habe ich nicht mehr hier vorbei geschaut. Dieser Post ist der erste, den ich lese und ich freue mich sehr, dass du diesen Schritt gewagt hast und damit (auf Zeit) zufrieden bist.
Ich genieße den Luxus flexibler Zeit als Studentin momentan auch und weiß diesen sehr zu schätzen. Arbeit ist für mich kein Zwang, sondern (oft) Selbstverwirklichung und ich bin sehr happy, dass ich die Möglichkeit habe, auf meinen Traumjob hinzuarbeiten. Ein 9-to-5-Job mit 40 Stunden Woche wird mich nie erfüllen, das weiß ich. Deshalb werde ich früher oder später ins Freelancer-Meer aka Haifischbecken springen. Dafür kann ich mir meine Arbeitszeiten dann selbst einteilen und arbeiten, wenn ich am kreativsten und produktivsten bin. Freiheit muss man sich erkämpfen.
Deine temporäre Stundenreduzierung trotz Gegenwind finde ich mutig und deine positive Energie und Lebensfreude lese ich in diesem Post in jedem Satz.
Ich bin gespannt, welche Erkenntnisse und Gedanken du hier noch teilen wirst. Ein Besuch auf deinem Blog lohnt sich einfach immer.
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Liebe Anna-Sophie, vielen lieben Dank für Deine Komplimente 😊😊😊
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Hej!
ich studiere momentan und weiß, dass wenn ich meinen Bachelor & Master-Abschluss habe, wohl auch recht gut verdienen werde. Allerdings ziehe ich jetzt schon Vorraus in Betracht, keine normale volle 36-40 Stunden Woche zu machen. Ich könnte definitiv mit weniger Geld zurecht kommen. Zumindest kann ich das jetzt ja auch und es gibt einiges, an dem man viel sparen kann.
Mal schauen, was diese Zeit (die noch ein bisschen hin ist) bringen wird und wie ich mich letzten Endes entscheiden werden.
Liebe Grüße, Finnja (:
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Ich führe ein ähnliches Leben (vom Besitz her) wie du. Ich habe da manchmal meine Durchhänger, weil es doch etwas karg aussieht. Da freut mich so ein positiver Beitrag wie deiner echt. Manchmal muss man auch wertschätzen, dass man nichts hat 😉
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