Tod & Minimalismus

Tja, es ist leider so, der Besitz, der nach dem Tod übrig bleibt, landet oftmals auf dem Müll.

Traurig, aber leider wahr.

Eine Nachbarin ist gestorben. Ihr Mann liegt seit Jahren auf dem Friedhof.

Kinder hatte sie, aber die haben den Kontakt abgebrochen.

Sie war nicht die netteste Person. Sie meckerte, wo sie nur konnte. Über Kleinigkeiten. 

Wer die Kehrwoche nicht einhielt, war unten durch und musste direkt gemeldet werden. Sie trug eine Wolke der Abwertung und schlechter Laune mit sich mit. 🙄

Was darin resultierte, dass Menschen so schnell wie möglich das Weite suchten. Auch ich.

Ich kann sehr gut verstehen, dass ihre Kinder Abstand genommen haben! 

Es ist Selbstschutz, denn immer wieder erniedrigt werden, Meckereien ohne Ende und nichts gut machen zu können, nagt an der Substanz. Da ist es aus therapeutischer Sicht gut, sich von diesen Menschen zu trennen. 

Auch wenn es in der Gesellschaft nicht gerne gesehen wird! Oder besser gesagt verschwiegen wird!

Welch eine Schande! Aber ihr könnt mir glauben, das passiert viel öfters wie gedacht!

Ich kenne viele Patienten, wo ein Glücksgefühl im Behandlungsteam entsteht, wenn sich ein Patient nach vielen Jahren aus einer destruktiven Beziehung lösen kann! 

Dadurch wird Raum für ein eigenes Leben geschaffen und das ist gut so! 💕💕💕


Jetzt werden die Besitztümer meiner Nachbarin, von fremden Menschen, in einen Umzugswagen mit Anhänger verladen. Ich habe die sechs Männern gefragt, die seit Stunden damit beschäftigt sind alles leerzuräumen, was mit den Dingen geschieht.

Ich dachte, dass im großen Wagen, Dinge für den Second Hand Laden und im Kleinen Gegenstände für die Müllhalde sind.

NEIN.

Es ist genau anders herum. Der große Wagen geht zum Müll. 😥

Der Inhalt des Anhängers wird verscherbelt. Es sieht nicht danach aus, dass viel dran zu verdienen ist.

So ist es und nicht anders. Das ist die Wahrheit. 

Nichts als die Wahrheit und es lässt sich nicht beschönigen. Der Alltag der Entrümpler. 

Ihr Nachlass interessiert niemand. Er ist Ballast. Alles!

Dieser Moment stimmt mich traurig.

Eine Konfrontation mit meiner Sterblichkeit. 


Wie unglaublich belastend es sein kann, den Besitz von „schwierigen“ Familienangehörigen zu sortieren, wird ganz klar unterschätzt. Gerade beim Minimalismus Coaching, ist dies immer wieder Thema. Ich habe Menschen begleitet, die „einfach“ ALLES aus dem Haus des Verstorbenen in ihre Wohnung mitgenommen haben. Aus schierer Verzweiflung, Zeitdruck und Überforderung! Selbst, wenn das Verhältnis fantastisch war, ist das ausmisten und loslassen des Besitzes eine emotionale Mammutaufgabe!

Teilweise begegne ich purer Resignation, wie bei Simone! Sie hat alles in ihrem Wohn- und Schlafzimmer ☹️ gelagert, Kisten über Kisten, der scheinbar unendliche Krempel ihrer schwierigen Mutter! Sie konnte sich nicht mehr entspannen, war genervt und ihre Wohnung hat sich von einem Ruhepol in eine Rumpelkammer verwandelt. Aber sie meinte, sie sehe „es“ gar nicht mehr…

Trotzdem hat sie sich bei mir angemeldet, also ein „klitzekleiner“ Leidensdruck war da! Auf meine Bitte, hat sie mir zähneknirschend Bilder ihrer momentaner Wohnsituation geschickt… Ja, ich kann sagen, Massen an gestapelten Kisten und Möbelstücke, die Mitten im Raum standen, vermittelten sicher keinen Wohlfühlfaktor! Es war ein harter und steiniger Weg für sie, das Unwichtige vom Wichtigen zu trennen. Der Prozess, bei welchem Gegenstand habe ich ein schönes Gefühl oder eine wundervolle Erinnerung an meine (nicht so nette) Mutter. Wenn ich Möbel zum Sperrmüll bringe, werte ich dann meine Mutter ab?  Darf ich die 5 Geschirrsets loslassen, obwohl meine Mutter sie Jahrzehntelang im Schrank für besondere Anlässe gelagert hat, die ehrlich gesagt nie kamen? Simone hatte große Probleme sich selbst einzugestehen: „Boah, ich finde die 15 Häkelbilder schrecklich! Ja, sie hat viel Zeit reingesteckt, aber ich mag sie nicht! Warum bewahre ich sie auf?“ Durch meine Fragen, konnte sie mit Minischritten Fortschritte machen!  

Als Minimalismus Coach, ist es wunderbar, wenn Menschen, wie Simone endlich anfangen zu handeln! Nein zu sagen, zu geerbtem Ballast und JA zu sagen zu ihrem Leben! 💕💕💕

Darum finde ich Entrümplungsunternehmen eine Wohltat!


Ich habe im Altersheim, als Musiktherapeutin gearbeitet.

 

Mir fällt auf, dass es für die meisten Bewohner extrem schwer ist, sich von ihrem Besitz zu trennen!

Sie haben es nie geübt oder gelernt. 

Sie sind die Generation, die große Entbehrungen durch den Krieg erlebt hat.

Viele haben gehungert und gefroren.

Arbeit war oft körperlich hart und Konsum war schlicht und einfach teuer!

Wie könnten sie alte Einmachgläser mit Möhren wegtun, die sind für schlechte Zeiten!

Die warme Decke kann nicht weg, was ist, wenn ich es kalt habe, obwohl ich genug warme Decken habe?

Der Gedanke, das brauche ich „eventuell“ noch, hat sich, durch die Erfahrung der Entbehrung, in ihren Köpfen festgesetzt.

Wenn ich es nicht brauche, dann doch sicher meine Kinder oder Enkel.

Das wir alles haben oder zu viel besitzen wird nicht bedacht.

Irgendwie ist der Einrichtungsstil ja auch Geschmackssache! Für die jüngere Generation, ist es nicht mehr fantastisch einen in unsren Augen grottenhässlichen Schrank zu erben oder geschenkt zu bekommen! 

Plötzlich kommen Pensionäre in ein Altersheim, durch einen Sturz, Demenz, eine Erkrankung oder weil der Partner stirbt.

Wenige gehen hin, weil sie wollen. Die Realität macht ihnen ein Strich durch die Rechnung.

Das Alter ist da. 

Was sollen sie in Zimmer im Altersheim mitnehmen?

Eine große Herausforderung.

Es ist nicht „nur“ die Herausforderung sich mit einem neuen Lebensabschnitt und der eigenen Sterblichkeit auseinanderzusetzen, sondern auch mit dem Besitz.

Das ist für viele zu viel! Eine klare Überforderung!

Wie schön und entspannter wäre es, wenn frühzeitig Dinge losgelassen würden?

Wenn Familie und Freunde gefragt würden, ob sie denn noch den einen oder anderen Gegenstand haben wollten oder eben nicht! 

 

Jetzt kommen ein paar unangenehme Fragen:

❓Musstest Du schon mal Dinge von Verstorbenen durchsortieren und entsorgen?

❓Wie ist es Dir dabei ergangen?

❓Wie viele Erinnerungsstücke hast Du aufbewahrt?

❓Wie wäre der Gedanke, wenn Deine Eltern, Partner, Kinder, Freunde oder Fremde Deine Dinge durchsortieren müssten?

❓Möchtest Du das?

❓Wenn nein, gibt es Dir Motivation ins Handeln zukommen und mit allem Mut jetzt loszulassen, was Du weder brauchst noch liebst!

Ich kenne Menschen, die werden es NIE schaffen ihren Besitz loszulassen. Teilweise durch ein großes Mangelgefühl, wegen Angst oder erlebtem Trauma.

Das ist in Ordnung und wird sich gerade im hohen Alter nicht einfach ändern lassen. Es ist ein Fakt. Sei liebevoll mit diesen Menschen und liebevoll mit Dir, wenn es Dir so ergeht!


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Ich würde mich unglaublich freuen, Dich auf Deinem minimalistischen Weg zu begleiten. ❤️

Viele Grüße von Maren 

2 Gedanken zu “Tod & Minimalismus

  1. Avatar von Mika
    Namika sagt:

    Das erinnert mich an eine alte Frau, die sehr krank war und ein halbes Jahr schon nichts mehr gesprochen hatte. Als ihre Tochter ihr aber ein Lied aus ihrer Jugendzeit vorsang schaute sie sie an und sagte: „Du bist ja vollkommen verrückt geworden.“ (Auf der Trauerfeier sagte ihre Tochter: Das war das letzte, was sie von ihr gehört hat. Und es war gleichzeitig lustig und traurig.) Es ist wundervoll, was Musik vermag.

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